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Weihnachten, Christfest, das Fest der Liebe, der
Familie, des Konsums – vieles verbindet sich mit dem Geburtsfest Jesu in
unseren Tagen. Wir haben einige Blitzlichter und Gedanken gesammelt, die wir
hier als Denkanstöße vorstellen wollen:
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Woran denken Sie…?
Sechs verschiedene Antworten aus Mössingen und
Umgebung auf die Frage: Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Weihnachten
denken?
Weihnachten ist für mich eher mit negativen
Gefühlen verbunden. Immer früher im Jahr wird man in den Geschäften
mit Weihnachtsangeboten bombardiert. Der eigentliche Sinn von
Weihnachten ist längst weg. Was positiv bleibt: Die Familie kommt
wieder einmal zusammen, mit allen Generationen, die in ihr vertreten
sind. Kirchgang an Weihnachten? Eher nicht. Da sollen die Leute
Platz finden, die auch das Jahr über in die Kirche gehen. Mein
persönlicher Glaube ist nicht abhängig vom Kirchenbesuch.
Die Verehrung eines neugeborenen Kindes und die
Hoffnung auf seine segensreiche Wirkung unter den Menschen ist was
Schönes, hat eine lange Tradition, die älter ist als die christliche
Religion. Der Ursprungsgedanke lässt sich nicht modern aufmachen mit
Geschenken, Weihnachtsmarkt und Lichterketten. Kirchgang? Nein – ich
mag keine großen Menschenansammlungen. Zu Hause? Am Heiligen Abend
sind die einzelnen Generationen unter sich, am ersten
Weihnachtsfeiertag sind alle beisammen.
Weihnachten – Da stellen sich bei mir alle
möglichen Gefühle ein. Auf jeden Fall und vor allem: Vorfreude auf
den Tag, an dem Jesus geboren ist. Es geht weniger um das Kind, es
geht um Jesus, unseren Retter, der für uns auch gestorben ist.
Allerdings: Weihnachten setzt mich auch unter Stress. Ständig frage
ich mich: Was muss ich noch alles tun bis zum Fest? Wie weit soll
ich mich auf Festvorbereitung, Geschenke kaufen und das ganze
Konsum-Weihnachten einlassen? Will ich das alles? Das Ergebnis ist
meist ein Kompromiss. Kirchgang? Klar! Ich gehöre zu einer
Kirchengemeinde.
Weihnachten? Das ist, wie jeder andere
gesetzliche Feiertag auch, Gelegenheit zum Treff mit Kumpels.
Familie? Sonst nicht und an Weihnachten erst recht nicht. Kirche als
Ort für gemeinsame Feier und Besinnung? Kirche ist durch das, was
ich aus der Geschichte und aktuell von ihr weiß, unglaubwürdig. Ich
gehöre zu keiner christlichen Kirche, auch zu keiner anderen
Glaubensgemeinschaft.
An Weihnachten? Da gehe ich schon gern
wohin – wenn mich jemand einlädt. Worauf ich mich da freue? Aufs
Liedersingen. Da bin ich immer dabei – wenn mich jemand einlädt. In
die Kirche an Weihnachten? Ich glaub nichts mehr. Das war einmal.
Warum hat er nicht geholfen, als ich krank war? Hat er’s überhaupt
gemerkt?
Ich freu mich auf Weihnachten, auch wenn ich
eine Muslima bin. Da gibt’ doch Geschenke! Und an Weihnachten ist
Jesus geboren. Der hat den Menschen geholfen. Woher ich das weiß?
Aus dem Religionsunterricht in der Grundschule. Wir haben auch einen
Christbaum daheim im Wohnzimmer, mit einem Stern drauf.
Gesammelt von Otto Schmelzle
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Weihnachtsrummel - Leider alle Jahre wieder
Bereits Ende August Lebkuchen, Stollen und
dergleichen in den Geschäften. Im September tauchen dann schon
Schoko-Nikoläuse und Adventskalender auf und so geht es Schlag auf
Schlag weiter. jedes Jahr ist mir dieser frühzeitige
Weihnachtsrummel ein Ärgernis und es kommen Erinnerungen hoch, -
extreme Vergleiche zum Fest der Feste und davon möchte ich nun
erzählen:
Advents- und Weihnachtszeit 1945: Endlich
Friede! Keine Verdunkelung mehr, kein Fliegeralarm, Freude über
jeden heimkehrenden Soldaten, gesund oder krank. Man sah wieder
erleuchtete Schaufenster, obwohl es kaum etwas zu kaufen gab.
Alles war noch rationiert, doch es war Advent
und Weihnachten stand vor der Tür! Wenn die Kerzen am Abend
angezündet wurden, gab es Pfefferminztee und Sirupbrötle. Die Minze
war im Garten hinter dem Haus gewachsen und der Sirup war in großen
Mengen im Waschkessel aus Zuckerrüben gekocht worden. Ab und zu gab
es sogar einen Glühwein aus selbst gesuchten und selbst gekelterten
Blaubeeren.
Am Heiligabend durfte ab Mittag das Wohnzimmer
von uns Kindern nicht mehr betreten werden. So saßen wir, die
fünfjährigen Zwillinge und ich in der Küche bei Oma, welche das
Festessen, einen Hasenbraten aus eigener Aufzucht vorbereitete.
Meine Geschwister waren voller ungeduldiger Erwartung und ich, die
10 Jahre ältere Schwester, versuchte ihnen die Zeit zu vertreiben.
Als es dämmerte erklang endlich die große
Weihnachtsglocke und die Tür ging auf. Im Weihnachtszimmer war es
wie immer. Vater saß am Klavier und spielte „Ihr Kinderlein kommet“.
Der Baum erstrahlte im Glanz der flackernden Wachskerzen. Der
Gabentisch war spärlich, aber meine Eltern hatten für das
Zwillingspaar etwas organisiert.
Peter bekam eine gebrauchte Dampfmaschine und
Veronika ein echtes Silberarmband! Meine kleine Schwester war
natürlich zunächst enttäuscht, weil der Bruder ein so großes Paket
bekam und sie nur ein kleines Päckle. Jedoch dieses Geschenk besitzt
meine Schwester heute noch und das Armband erinnert uns immer wieder
an diese Weihnacht 1945. Was aus der Dampfmaschine geworden ist,
weiß niemand.

So habe ich das erste Weihnachtsfest nach dem
Krieg erlebt und obwohl es eine karge Zeit war, hatte sie auch etwas
Gutes: Es gab keinen Weihnachtsstress und keine Hektik, selbst diese
Worte waren noch unbekannt!
Rosemarie
Kühnberger
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Weihnachtsgeschenke der anderen Art: Wie wäre es, einmal Zeit zu
verschenken?
Weihnachtszeit – besinnliche Zeit? Mitnichten. Jetzt beginnt vielerorts
wieder das Übertrumpfen mit Geschenken.
Da hilft nur eines: bewusstes Schenken. Losgelöst
von Dingen, die nur die Kassen der Geschäfte süßer klingeln lassen, gibt
es viel zu verschenken. Da wären zum Beispiel die Variationen von Zeit.
Oder die Varianten von gemeinsamen Stunden, von denen Schenker und
Beschenkte gleichermaßen durch schöne Erinnerungen noch lange zehren
können. Die alleinerziehende Freundin würde sich vielleicht über einen
Gutschein für fünf Nachmittage Kinderbetreuung freuen. Ein Besuch in der
Wilhelma ist für Kinder bestimmt interessanter, als wenn Horrorfigur
Nummer Zwölf künftig das meist ohnehin schon überfüllte Kinderzimmer
bevölkert. Die Großeltern wären sicher begeisterter, wenn sie bei einem
Familienausflug mit dabei sein dürften als wenn ihnen das obligatorische
Fläschchen Rotwein unter den Christbaum gestellt wird. Und als Tipp für
alle notorisch zu Fehlkäufen neigenden Ehemänner sei gesagt: Mit einem
Gutschein für ein selbst gekochtes Drei-Gänge-Menü machen sie garantiert
nichts verkehrt!
Zugegeben: (Gemeinsame) Zeit zu verschenken, macht
etwas mehr Mühe als den Geldbeutel für all den Schnickschnack zu zücken,
der jetzt in geballter Form über uns hereinbricht. Zeit schenken heißt
nämlich, sich erst einmal Gedanken über den Beschenkten machen zu
müssen. Aber ist das nicht der Sinn des Schenkens?
Vera Hiller
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Lebendige Vielfalt
Ein buntes Treiben herrschte am 22.Oktober in der Aula des
Quenstedt-Gymnasiums. Bald 300 Menschen waren gekommen, um sich ein Bild von
unserer Kirchengemeinde zu machen.
Ein großer „Marktplatz“ im Foyer mit unzählig vielen
Ständen der verschiedenen Gruppen vermittelte fast ein wenig Kirchentagsflair.
Da sangen die Kinderkirchmitarbeiterinnen in einem Stuhlhalbkreis Lieder,
zeigten Kinderbibeln, biblische Erzählfiguren, eine gestaltete Mitte mit Kreuz
und brachten so den Besuchern lebhaft nahe, wie Kinderkirche heutzutage ist.
An anderer Stelle konnte man an der Kaffee- und Cocktailbar
des CVJM Drinks kaufen oder sich direkt daneben im Torwandschießen üben. Wie die
„Lausbuben“ der Jungscharen warfen die Jungscharmitarbeiterinnen und
–Mitarbeiter Papierflieger vom Obergeschoss in’s Foyer hinunter. An
verschiedenen Stellen liefen Präsentationen, Gottesdienstformen, meditativer
Tanz, Öffentlichkeitsarbeit und noch mehr. Die Diakoniestation war mit einem
Stand ebenso vertreten wie die Hospizgruppe oder die Kindergärten.
In der Aula selber am Anfang des Abends mehrere Statements.
Gudrun Röderer, Schulleiterin am Quenstedt, hob hervor, dass Schüler, die sich
in der Kirchengemeinde engagierten, ebenfalls in der Schule aktiv und damit auch
hier eine Bereicherung seien. Allerdings „knirsche“ es immer wieder in der 8.
Klasse beim Versuch, Schule und Konfirmandenjahr unter einen Hut zu bringen.
Hier wünscht sie sich bessere Kommunikation.
Jürgen Machann vom Musikverein, der die Perspektive der
Vereine zur Sprache brachte, ermutigte die Kirche, ruhig „hier und da etwas mehr
Krach“ zu machen, um mehr auf sich aufmerksam zu machen, gleichzeitig aber auch
mit leisen Tönen Kooperationsbereitschaft gegenüber nichtkirchlichen Vereinen zu
zeigen. Diese nähmen die Kirche öfters distanziert oder sogar „gar nicht“ wahr.
Dr. Wolf Schönleber schließlich wies auf das eindrucksvolle
christliche Miteinander hin, dass die Mössinger Ärzteschaft spüre, von der
Diakoniestation über Hospiz, Gesprächskreise bis hin zu nachbarschaftlichem
Engagement. Er ermutigte die Kirche, sich nicht aus dem diakonischen Bereich
zurückzuziehen, sondern sich umgekehrt mit ihrem christlichen Menschenbild
nachdrücklich in die Gesellschaft einzubringen.
Bürgermeister Werner Fifka war erkrankt, so dass man auf
die Wahrnehmung von Seiten der Kommune leider verzichten musste.
Viel Musik umrahmte den Abend, da fast alle Chöre der
Kirchengemeinde anwesend waren. Davon und von der großen Anzahl der Besucher des
Forums zeigte sich auch das Moderatorenteam Annedore Beck und Ulrich Vallon
beeindruckt. Dekanin Dr. Marie-Luise Kling de-Lazzer, die zusammen mit
Schuldekan Joachim Heese den Abend verfolgte, zeigte sich gespannt auf die
Veränderungen in Mössingen seit der letzten Visitation vor neun Jahren. Im
kommenden März wird sie dann die Gemeinde eine Woche lang intensiv
wahrnehmen.Der Kirchengemeinderat hat jetzt die Aufgabe, die vielfältigen
Impulse aus den Arbeitsgruppen aufzunehmen, zu bündeln und daraus Perspektiven
für unsere Kirchengemeinde in den nächsten Jahren abzuleiten.
Anregungen für Ausflüge in der Region
Unsere Gegend ist voller faszinierender Kirchen.
Manche mit einer besonderen Geschichte, andere mit wertvollen Kunstwerken,
wieder andere mit einer außergewöhnlichen Gesamtausstrahlung. Und fast immer
lässt sich ein Ausflug zu solch einer Kirche mit weiteren Attraktionen
verbinden. Ob bei den großen Kirchen wie der Marienkirche in Reutlingen, der
Stiftskirche in Tübingen oder dem Rottenburger Dom oder Kleinoden wie der
Weggentaler Kirche oder der Wurmlinger Kapelle: ein Stadtbummel mit Café-
oder Museumsbesuch oder jede Menge Natur ist immer möglich.
Drei Ausflugsziele wollen wir Ihnen hier als
Anregung vorstellen. Und wenn Sie selber gelungene Ausflüge rund um Kirchen
kennen, dann schreiben Sie uns doch (ans Pfarramt Martin-Luther-Kirche). Wir
stellen alle Ausflugsziele dann zu einer kleinen Broschüre zusammen.
Reutlingen - Nicolaikirche
Shoppen und dann auf einen Kaffee in die Kirche

Ein Bistro in einer Kirche – wo gibt’s denn so was? Ganz in
der Nähe, denn in Reutlingen hat sich die Nikolaikirche in die Citykirche
verwandelt. Seit September 2007 will sie inmitten der hektischen Fußgängerzone
dienstags bis samstags von 10 bis 18 Uhr eine Anlaufstelle zum Innehalten und
Kräftetanken sein.
Seelisch wie körperlich gestärkt sollen die Besucher die
Citykirche wieder verlassen können. Für die Seele gibt’s zu festen Zeiten kurze
spirituelle Impulse; Gespräche mit den Besuchern bieten die Pfarrerin Sabine
Drecoll und die Pastoralreferentin Ulrike Neher-Dietz an, die bei ihren Aufgaben
von einem Team ehrenamtlicher Helfer unterstützt werden. Das
Citykirchen-Konzept, das Angehörigen aller Konfessionen offen steht, tragen die
evangelische und katholische Gesamtkirchengemeinde in Reutlingen.
Ergänzend dazu kümmert sich die Bruderhaus-Diakonie mit
einem Team behinderter Menschen im Café Nikolai um ein gastronomisches Angebot
inklusive Mittagstisch (12.00 bis 14.00 Uhr). Auf der Speisekarte finden sich
selbstgekochte Gerichte mit regionalen Produkten sowie selbstgebackene Kuchen.
Um eine Bistroatmosphäre zu schaffen, wurden Bänke und Tische in die
Nikolaikirche integriert, so dass man sich unter der Empore zum gemütlichen
Beisammensein verabreden kann.
Lohnenswert ist aber auch, die Citykirche zum Auftakt oder
zum Abschluss eines Stadtbummels anzusteuern. Denn Reutlingen besticht durch
eine Vielfalt von interessanten Shoppingmöglichkeiten, die in der Fußgängerzone
Wilhelmstraße und den von ihr abzweigenden Straßen sehr komprimiert zu finden
sind.
Entdecken lohnt sich. Vor allem, weil in der scheinbar so
nüchtern-modernen Stadt immer wieder romantische Überraschungen lauern wie
beispielsweise offiziell schmalste Gasse der Welt, die Spreuerhofgasse.
Weitere Infos zum Konzept und Programm der Citykirche
unter:
www.citykirche-reutlingen.de
Vera
Hiller
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Neuer Zugang für Eltern zu Religion über ihre Kinder
Jedes Kind hat eine Ahnung von Gott
Kinder an die Religion heranzuführen, ist eine
ebenso wichtige wie sensible Aufgabe. Denn „jedes Kind hat eine
Ahnung von Gott und ist religiös begabt“, meint Dr. Wolfhard
Schweiker, Dozent am pädagogisch-theologischen Zentrum in
Stuttgart-Birkach und ehemaliger Pfarrer an der
Körperbehindertenschule (KBS) in Mössingen.
Religiöse Erziehung heißt für ihn, dem Kind
Ausdrucksmöglichkeiten für seinen eigenen Glauben anzubieten und
zugleich von ihm zu lernen.
Ein Weg ist das Erzählen biblischer Ereignisse
als Gute-Nacht-Geschichte. Wer sich das Selbererzählen nicht
zutraut, findet in Buchhandlungen eine große Auswahl an kindgerecht
geschriebenen Bibeln oder Büchern über religiöse Themen.
Ob Vorlesen oder Erzählen: Wichtig ist auf
jeden Fall, immer wieder innezuhalten und offen zu sein für die
Kommunikation mit dem Kind. „Einfach mal nachfragen: ‚Wie hast du
das verstanden?’ oder: ‚Was hat dir daran am besten gefallen?’“
erklärt Dr. Schweiker. So entwickeln sich Gespräche; so kann der
kindliche Funke des Staunens überspringen auf die Erwachsenen; so
lässt sich Religion neu erleben.
Gerade dafür stehen die Chancen gut. Denn das
für Eltern unfassbare Wunder der Geburt eines Kindes macht sie
zugleich auch sensibel für die existenziellen Fragen des Lebens und
schafft auf dieser Basis einen (neuen) Zugang zur Religion.
Warum also nicht mit Symbolen und Ritualen eine
familieneigene Kultur schaffen, die alle Familienmitglieder
innehalten und auftanken lässt von der Hektik des Alltags?
Sei es das gemeinsame Gebet beim Frühstück als
Start in einen gelingenden Tag, ein irischer Segensspruch als Geleit
für den Schulweg, ein Samstagabend mit Gospelsongs und Tanzeinlagen
wie in einem afroamerikanischen Gottesdienst oder auch nur das Zitat
auf einer Wand im Flur, das irgendjemand aufgeschnappt hat und den
anderen auf diese weise weitergeben will: Besinnlichkeit kennt
vielen Formen. Und ein lebendiger Glaube passt sich problemlos sich
verändernden Wünschen und Bedürfnissen der Kinder an. So schließt
zum Beispiel ein gerapptes Tischgebet statt eines Liedes den an
Stimmbruch leidenden Teenager vom Familienritual nicht aus.
Für wesentlich hält Dr. Schweiker nur, die
religiöse Praxis von den Kindern weder zu erwarten noch
einzufordern: „Das alles muss in Freiheit passieren“.
Sein Tipp zum Weiterlesen: „Kinder nicht um
Gott betrügen“ von Albrecht Biesinger.
Vera Hiller
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Erinnerungen an frühere Taufbräuche
Taufe vor 60 Jahren
Kurz vor meinem 18. Geburtstag durfte ich bei dem
1.Kind eines befreundeten Ehepaar, einem Jungen namens Harald Patin
sein. Ein stolzes Gefühl, ich freutemich sehr!
Meine Oma klärte mich auf, was ich als Patin zu
beachten hatte. Es wäre üblich, sagte sie, dass am Tauftag die
Kindesmutter von den Paten etwas zum Anziehen geschenkt bekommt. Jedoch
dies war damals in de „schlechten Zeit“ vor der Währungsreform keine
einfache Sache. Da war es gut, dass man „Beziehungen“ hatte.
Weitläufigen Verwandten gehörte ein Gemischtwarengeschäft und von denen
konnte ich einen Schürzenstoff bekommen, für Nelda, die Kindsmutter. Was
ich als Gegenleistung „kompensiert“ habe, weiß ich nicht mehr,
vielleicht ein paar Eier von Großmutters Hühnern?
Am Tauftag erhielt ich von Oma die nächste
Anweisung. seinerzeit war es nämlich so, dass die jungen Frauen sehr
lange „Wöchnerinnen“ sein mussten. Sie durften mindestens 4 Wochen das
Haus nicht verlassen. Der Tag der Taufe war meistens der erste Ausgang
nach der Niederkunft. So war es auch in diesem Fall. eine Oma gab mir
also mit auf den Weg: „Wenn Nelda zur Haustür hinausgeht, musst du ihr
zum ersten Ausgang gratulieren, das gehört sich so!“
Mit dem Geschenk und voller Freude und Erwartung
machte ich mich auf den Weg. Mein Patensohn war bei meinem Eintreffen
bereits festlich angezogen, natürlich im Taufkleid und so konnten wir
aufbrechen. Ich gab Nelda, bevor wir das Haus verließen brav die Hand:
„Viel Glück zum ersten Ausgang.“ So hatte alles seine Richtigkeit.
Wir waren eine kleine Taufgesellschaft auf dem Weg
zur Kirche. Die Eltern, Harald, die Hauptperson auf der Armen der
Hebamme liegend und ich, die Patin. Damals war es so üblich, dass weder
Verwandte, noch Freunde an der kirchlichen Feier teilnahmen. Die
Großmütter waren sowieso jeweils daheim mit dem Kochen beschäftigt,
auswärts gefeiert wurde seinerzeit nicht.
In meiner fränkischen Heimat war und ist es auch
nicht der Brauch, dass man eine Patin und einen Paten hat, welche
verschiedenen Familien angehören. Es ist so, dass Eheleute gemeinsam
Paten sind. Demnach bekam Harald nur eine Patin (die Bezeichnung Döte
und Dote kennt man dort auch nicht)
In der Kirche fühlte ich mich schon etwas unsicher,
als ich das Baby samt Taufkleid noch auf dem Kissen liegend über das
Taufbecken halten durfte. Es ging gut, aber dennoch war ich erleichtert,
als mir die Hebamme den Kleinen wieder abgenommen hat. Beeindruckt hat
mich bei der kirchlichen Feier, dass die junge Mutter vom Pfarrer
ausgesegnet wurde.
Oma Anna hatte zuhause das Festmahl gekocht.
Selbstverständlich gab es die traditionellen fränkischen Klöße und dank
der kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft, welche die Großeltern betrieben,
dazu einen guten Braten, trotz der „schlechten Zeit“.
Rosemarie Kühnberger |
Über die Ökumene und das Verhältnis von evangelischer
und katholischer Kirche wird viel geschrieben, geredet und manchmal auch
gestritten. Wie die Ökumene hier in Mössingen lebt und gelebt wird, das
wollen wir am Beispiel des ökumenischen Stammtisches zeigen. Doch nicht nur
er steht für das sehr gute Miteinander der beiden großen Konfessionen.
Gemeinsame Gottesdienste zur Einschulung oder bei öffentlichen Ereignissen,
Martinsumzug, Sternsingen (im kommenden Jahr übrigens zum ersten Mal
offiziell ökumenisch verantwortet) die ökumenische Friedensdekade mit
beeindruckenden und nachhaltigen Impulsen und vieles mehr zeigen die Weite
und Wärme unserer Beziehungen. Und so kommt es, dass auch mal ein
katholischer Priester die Leitgedanken im evangelischen Gemeindebrief
schreibt – wie in dieser Ausgabe.
Eine kurze Geschichte des ökumenischen Stammtisches
Miteinander reden und aufeinander hören

Es war im Jahre 1977, als ein Gesprächskreis gegründet wurde, der sich
mit den Aufgaben und den Problemen der kirchlichen Gemeindearbeit
befasste. Sein Name war „Theologischer Stammtisch“ und er fand in der
damaligen Bahnhofsgaststätte statt. Zunächst waren es katholische
Christen, die vorwiegend über Religionsunterricht und Jugendarbeit
debattierten.Es mag wohl an den Themen gelegen
haben, dass sich auch Evangelische einfanden und der Kreis der
Teilnehmer immer größer wurde. Von nun an nannte man sich „Ökumenischer
Stammtisch“ und man traf sich abwechselnd in Don Bosco und in der
Johanneskirche.
Schon seit längerem finden die Veranstaltungen nur
noch in der Johanneskirche statt. Die Gesprächsleitung hatten Pfr.
Michael Broch und Pfr. Wolfgang Heutjer. Von 1994 bis 2002 gestaltete
Rolf Steinhilber ein vielseitiges Programm, der Stammtisch wurde
geradezu zu einer Institution der kirchlichen Erwachsenenbildung. Seit
2003 ist es wieder Pfarrer Wolfgang Heutjer, der mit einem treuen Team
die Programmpunkte erarbeitet, die Referenten einlädt und die Abende
dann leitet.
Die Gesprächsthemen sind überwiegend kirchliche und
theologische Fragen, z. B. Bibelauslegung, Abendmahlsverständnis oder
Heiligenverehrung. Des weiteren die Ökumene im eigentlichen Sinn,
russisch-orthodoxe, griechisch-orthodoxe und altkatholische Geistliche
waren schon zu Gast in Bästenhardt. Auch informiert sich der Ökumenische
Stammtisch über andere Religionen. Dazu wurden schon Synagogen und
Moscheen besucht. Bei einer Vielzahl anderer Themen – etwa
Umweltpolitik, arbeitsfreier Sonntag, ökumenisches Bischofswort zur
Sozialentwicklung in Deutschland, Militärpolitik und Friedensdienst –
geht es darum, ob sich ein gemeinsamer christlicher Standort
herausschält oder ob eine unterschiedliche konfessionelle Sicht zu einer
unterschiedlichen Beurteilung führt. Es sind keine reine Vorträge, nein
erst in der Diskussion wird das Thema richtig bearbeitet.
Einmal im Jahr, im Advent, kehrt Stille in die
Runde des Stammtisches ein, dann findet man zu Gebet und gemeinsamer
Abendmahlsfeier zusammen.
Besondere Ereignisse in der Geschichte des
Ökumenischen Stammtisches waren die Vorträge des jüdischen
Religionsphilosophen Pinachs Lapide, von Bischof Dr. Gebhard Fürst, von
Prof. Hans Küng und von der Ordensschwester Karoline Mayer aus Santiago
de Chile.
Hans-Rainer Fritz |
Stammtisch-Termine
Der Ökumenische Stammtisch trifft sich in der Regel
am ersten Dienstag im Monat um 20 Uhr in der Johanneskirche. Alle sind
eingeladen, die Themen sind meist alltagsbezogen und alle können
mitdenken und sich am Gespräch beteiligen oder auch einfach nur zuhören.
Es treffen sich hier keine theologischen Experten, daher nochmals
herzliche Einladung an alle.
Die nächsten Termine sind:
Dienstag, 6. Mai, 20 Uhr Johanneskirche
Exegetisches Bibellesen am Beispiel ausgewählter
Texte aus dem Johannesevangelium.
Referent: Prof. Dr. M Theobald, Tübingen
Dienstag, 3. Juni, 20 Uhr Johanneskirche
Gemeinsame Vorbereitung auf Kommunion und
Abendmahl.
Pfr. Alexander Köhrer und Gemeindereferentin Petra
Mast, beide Rottenburg
Dienstag, 1. Juli, 19.00 Uhr, Treffpunkt Parkplatz
Johanneskirche
Stammtisch unterwegs: Gedenkstätte KZ Bisingen
Das neue Programm erscheint dann nach den
Sommerferien. |
Begriffserklärung
Was heißt „Ökumene“ eigentlich?
Es war bei einer Geburtstagsfeier im Familienkreis. Wir kamen auf die
verschiedenen Konfessionen und ihre Unterschiede zu sprechen. Meine
Großtante jedoch hielt davon nicht viel: „Ach was!“, sagte sie nur, „mir
send doch jetzt älle ökonomisch.“Knapp
daneben und doch ähnlich: Okonomie und Ökumene. Zumindest stammen sie
vom selben Wort ab. Der Ökonom ist allerdings der „Haushalter“ und „-wirtschafter“.
Was „Ökumene“ dagegen bedeutet, beschreibt das Internetlexikon Wikipedia
so:
Der Begriff „Ökumene“ (v. griech. oikéō „wohnen“
bzw. oíkos „Haus“; oikouménē „ganze bewohnte Erde“, „Erdkreis“)
bezeichnete ursprünglich den gesamten bewohnten Erdkreis. Das Neue
Testament sieht in dem Ausdruck die bewohnte Welt (Lk. 2,1) als den
Adressaten der christlichen Botschaft (Mt. 24,14). Insbesondere aber ist
die "Ökumene" der Ort des Engagements der Nachfolger Jesu, wo sie zuerst
nach dem "Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit" trachten und wohin sie
den Frieden Jesu bringen, der nicht jener der herrschenden Weltordnung
ist, wo die Herrscher ihre Völker unterdrücken und das "Befriedung"
nennen.
In der Alten Kirche wird als ökumenisch das
bezeichnet, was die Kirche in ihrer weltweiten Dimension betrifft und
für alle Christen verbindlich Gültigkeit beansprucht. Seit dem 20.
Jahrhundert wird der Begriff Ökumene für den Dialog und die
Zusammenarbeit verschiedener Konfessionen verwendet.
Wir Konfessionen leben also in einem gemeinsamen
Haus miteinander – verschieden in manchem und doch fest aufeinander
gewiesen durch Fundament, Mauern und Dach des Hauses, Gott in Jesus
Christus samt dem Heiligen Geist, der uns eint durch Zeit und Raum.
Insofern hatte meine Großtante auch Recht, denn Ökumene geht nur bei
guter Haushalterschaft – und dazu ruft uns Christen Gott
auf. Uwe
Braun-Dietz
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Liebe Konfirmanden unserer Kirchengemeinde,
ihr werdet im April konfirmiert und seid damit offiziell
„mündige“, erwachsene Christen. Wir freuen uns sehr über euer Bekenntnis zum
Glauben und zu unserer Kirche und wir wünschen Euch Gottes Segen für Euren
weiteren Lebensweg.
Wie geht’s denn jetzt weiter für Euch nach der
Konfirmation? Für viele von Euch war das zurückliegende Jahr ein Anfang, der
Lust auf mehr gemacht hat. Und Möglichkeiten gibt es ja viele, bei denen man
sich einbringen kann – als Mitarbeiter oder Teilnehmer.
Einiges wollen wir Euch und der ganzen Gemeinde hier
vorstellen – ohne den Anspruch der Vollständigkeit. Für viele verschiedene
Begabungen ist da etwas dabei - schaut doch einfach mal rein und entdeckt die
Möglichkeiten. Wir freuen uns auf euch!
Jugendkreise
Von „BBC“ bis „Offenes GÖ“

Sich treffen, Spaß haben, über Gott und die Welt
reden, gemeinsam was unter-nehmen… alles möglich in den Jugendgruppen
des CVJM und der Kirchengemeinde: Montags „My wire“ oder für Mädels
"Girls united", donnerstags „BBC“, freitags „GÖ“ und samstags ins „A-live“
im Aible. Überall ist was geboten für Leute ab 14.

Für Sportliche gibt's mittwochs von 19.30-21 Uhr in
der Jahnhalle "Jedermannsport" und sonntags neben den Gottesdiensten am
Vormittag am Abend noch mehr Gottesdienstangebote, wie "unplugged",
"SOS-Gottesdienst" oder auch den "Aufbruch". Schau doch einfach mal
vorbei.
Freizeiten
Säntis und Strand
Leckeres Essen, Musik, Gemeinschaft, 1030 Meter
Berge, Schwimmbad im Haus und noch mehr gibt's vom 4.-11. August bei der
Schweiz-Freizeit des CVJM Mössingen am Fuß des Säntis. Infos unter
www.cvjm-moessingen.de.
An den Lago Maggiore geht vom 4.-15. August eine
Freizeit des Evangelischen Jugendwerks Tübingen. Eine "Freizeit für
Kenner und Genießer" versprechen die Veranstalter unter
www.ejtue.de/freizeiten.htm.
Ebenfalls dort findet Ihr Infos über die
Familienfreizeit nach Bornholm in Dänemark vom 13.-26.August. Na dann
schon mal: Schöne Ferien!

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Für Sängerinnen und Sänger
Zum Beispiel die MLK-Band
Wir sind ca. 30 junge und junggebliebene Menschen,
die Spaß daran haben, das Wort Gottes fetzig weiterzugeben. Wir möchten
mit unserer Musik von Gott erzählen und die Menschen begeistern. Mal mit
schnellen, dann aber auch wieder mit langsamen und getragenen Melodien
möchten wir die „alten“ Choräle in ein neues Gewand kleiden und neue,
schwungvolle Musik in den Gottesdienst einbringen. Kraftvolle Stimmen
unseres 25-köpfigen Chores werden dabei unterstützt von Keyboard,
Gitarren, Bläsern und Schlagzeug.
Wir spielen vorwiegend in den Gottesdiensten in den
Kirchen in Mössingen. Einmal im Jahr veranstalten wir ein Jahreskonzert.
Manchmal spielen wir auch Konzerte in anderen Kirchengemeinden oder
gestalten dort Gottesdienste. Auch bei Kirchenfesten oder bürgerlichen
Festen sind wir öfters mal vertreten, und zwar nicht nur wenn und
solange wir unseren Auftritt haben...
Wir proben Immer freitags ab 20.00 Uhr sind wir in
der Martin- Luther- Kirche zum Proben. Neue Gesichter sind dort immer
gerne gesehen. Auch zum „Reinschnuppern“ kann jeder und jede
Interessierte gern vorbeischauen. Nach der Probe trifft man uns dann
öfters mal im Goethehäusle, wo wir den anstrengenden Probenabend noch
ein wenig ausklingen lassen.
Jochen Hägele
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Unplugged-Gottesdienst:
„Back to the basics”
Das Gottesdienst-Konzept ist einfach,
begeistert aber regelmäßig 30 bis 50 Besucher:
"Unplugged" heißt wörtlich "ausgesteckt", also
ohne Strom. In der Musikbranche steht dieser Begriff für ein
Pop-Konzert, das keine elektronischen Verstärker braucht, um die
Zuhörer zu begeistern. Im weiteren Sinn meint daher der Begriff "unplugged"
auch, dass eine Veranstaltung kein aufwendiges Drumherum nötig hat,
sondern sogar in gänzlich reduzierter Form in der Lage ist, ihre
gewünschte Wirkung zu entfalten.

Genau das trifft auf die "Unplugged"-Gottesdienste
zu. Einmal im Monat - sofern es keine Terminüberschneidungen gibt,
ist es jeweils der dritte Sonntag eines Monats - lockt diese
Gottesdienstform seit zweieinhalb Jahen regelmäßig zwischen 30 und
50 Besucher ins CVJM-Heim Aible.
Entstanden ist die "Unplugged"-Ideen im
ehemaligen CVJM-Jugendkreis "Majoy". Ziel der Initiatoren war es,
eine Gottesdienstform zu entwickeln, die keine sehr große
Vorbereitungszeit verlangt: "Es gibt viele Angebote für Jugendliche,
aber diese sind meist sehr aufwendig und showmäßig gestaltet",
erklärt Tim Häring, der bis heute das "Unplugged"-Konzept mitträgt.

das Unplugged-Team
Musikalische Elemente, Gebete und biblische
Impulse sind die Schwerpunkte, auf denn sich die Gottesdienste
konzentrieren. Auch zeitlich ergibt sich eine klare Struktur: "Wir
treffen uns um 18 Uhr zum Aufbauen und bereits um 19 Uhr beginnt der
Gottesdienst, der meist gegen 20 Uhr zu Ende ist", erklärt Tim
Häring. Die Instrumente, die zum Einsatz kommen, sind natürlich auch
"unplugged".
Trotz - oder vielleicht gerade wegen - seiner
Einfachheit begeistern die "Unplugged"-Gottesdienste vor allem junge
oder junggebliebene Menschen. Es mag auch daran liegen, dass die
Sofas im Raum geradezu einladen, von der Hektik des Alltags
abzuschalten.
"Unplugged" könnte also so gesehen auch eine
Gottesdienstform für all de Menschen sein, die in ihrem Beruf von
einer Fülle an Eindrücken überschüttet werden, und daher im "Weniger-ist-mehr"
Erholung finden.
Die Aible-Version führt zurück zu den
gottesdienstlichen Grundelementen oder - um es auf gut Englisch zu
sagen: "Unplugged" führt "back to the basics". Weitere Infos gibt es
im Internet unter
www.unplugged-gottesdienst.de
Vera Hiller
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Mitarbeit in Gemeindegruppen
Leiten lernen
„Sie arbeiten in der Kinderkirche mit?“, so lautete die Frage des
Personalchefs an die Bewerberin beim Vorstellungsgespräch.
„Das fiel damals sehr positiv ins Gewicht“, erzählte mir die
Kinderkirchmitarbeiterin, „denn er wusste dadurch, dass ich
Leitungserfahrung hatte, gerne mit Menschen zu tun hatte und außerdem
schwierige Zusammenhänge einfach darstellen konnte.“
In der Tat: Man erwirbt viele der sogenannten
„Schlüsselqualifikationen“, wenn man aktiv in Gruppen mitarbeitet, in
Vereinen oder halt auch in kirchlichen Gruppen.
Wer zum Beispiel regelmäßig Kinderkirche hält, der
merkt schnell, was er alles kann: Singen, erzählen, kreatives Gestalten,
klares Auftreten vor Anderen, Echtheit – neben dem Eigentlichen, der
Beschäftigung mit Gottes Wort und dem Versuch, es kleinen Menschen ihrem
Alter entsprechend zu vermitteln (das ist manchmal ganz schön
anspruchsvoll) lernt man nebenbei auch noch viel mehr. Dinge, von denen
man ein ganzes Leben lang profitiert.
Das gilt genauso für Jungschar oder
Konfibegleitung. Teamfähig sein – im Gespräch Ideen entwickeln und
umsetzen, auch Misserfolge verkraften… die Liste ließe sich noch
beliebig erweitern.
Bei alledem auch noch Spaß haben und immer wieder
das gute Gefühl: „Ich arbeite an einer sinnvollen Sache mit.“ – all das
bedeutet „Mitarbeiterin und Mitarbeiter sein“.
Mitarbeiter sind immer gefragt, denn sie
übernehmen Verantwortung. Für mich aber gehört Verantwortung unmittelbar
zum Glauben dazu. Egal wofür und in welchem Umfang wir als Christen
Verantwortung übernehmen: Immer bekommt unsere „Ant-Wort“ auf Gottes
„Wort“ eine Gestalt: „Ver-ant-wort-ung“ eben.
Das gilt nicht nur für Jugendliche bzw.
Neukonfirmierte, sondern für Jeden von uns. Insofern freue ich mich über
jeden Jugendlichen, der an seinem Platz mit anpackt genauso wie über
jeden Erwachsenen und ich finde: Wir profitieren oft am meisten davon.
Uwe Braun-Dietz
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Tradition der Passionsandachten lehrt heilsamen Umgang mit Leid
Trauerarbeit auf eine Woche verdichtet
Mit einem Freudenfest – dem Einzug Christi am Palmsonntag
in Jerusalem – beginnt die Karwoche; mit einem Freudenfest – seiner Auferstehung
am Ostersonntag – endet sie. Dazwischen liegen Kreuzigung und Tod; ein Tal der
Tränen und Trost durch die Gemeinschaft.
Verdichtet auf einen Zeitraum von nur sieben Tagen, sieht
Pfarrer Wolfgang Heutjer im Ablauf der Karwoche viele Elemente, die insbesondere
Menschen in Trauerphasen hilfreich sein können. Die Tage zwischen Palmsonntag
und Ostersonntag bewusst zu begehen, hat neben der christlichen daher fast schon
eine therapeutische Dimension: Sich gedanklich auf Jesu Leidensweg einzulassen,
schafft zugleich auch die Möglichkeit, eigenen Kummer, Leid und Enttäuschungen
auf eine besonders heilsame Weise zu verarbeiten.
Dazu laden die Passionsandachten ein, die täglich in der
Karwoche stattfinden – und zwar abends, damit auch Berufstätige daran teilnehmen
können. In eine lange christliche Tradition eingebunden, gab es diese in
Mössingen schon in vielfältiger Ausgestaltung, beispielsweise als praktizierte
Ökumene in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde oder unter
aktiver Beteiligung junger Christen.
Von Montag bis Mittwoch stehen Lesungen mit anschließender
Betrachtung im Mittelpunkt. In dieser kleinen liturgischen Form von etwa einer
halben Stunde sieht Pfarrer Heutjer auch das große Plus der Passionsandachten.
Weil sie eine in sich abgeschlossene Einheit bilden, nehmen Christen, die sonst
selten oder nie Gottesdienste besuchen, gerade dieses Angebot gerne wahr. Dass
sie möglicherweise ein ganz persönliches Anliegen mit in die Andachten bringen,
hält Heutjer für einen guten Weg, etwas wieder heil werden zu lassen: „Ich kann
lernen, etwas stehen zu lassen, und ich kann lernen, mich nicht mehr täglich
kränken zu lassen“.
Denn bittere Zeiten gehören zum Leben; sie sind ein
untrennbarer Teil davon. Mitten in der Karwoche eröffnet jedoch der
Gründonnerstag eine Stütze beim Weg durch das Dunkel: der Trost, den die
Gemeinschaft der Christen bei der Feier des Abendmahls zu spenden vermag. Und in
dem Wissen, dass es Menschen gibt, die einem selbst im Leid nahe sind, lässt
sich auch der dunkelste Tag der Karwoche ertragen, der Karfreitag.
Er sei übrigens nicht der höchste Feiertag in der
evangelischen Kirche, rückt der Johanneskirchepfarrer eine gängige Auffassung
zurecht: „Ostern ist das höchste Fest, von dem alles aus sich entwickelt“. Denn Ostern ist der Weg aus dem Dunkel zurück ins Licht,
was sich über die ungewöhnliche Gestaltung des Gottesdienstes besonders
nachhaltig einprägt. Noch im Dunkeln gibt es eine Andacht auf dem Friedhof; dann
führt der Weg in die Kirche zum Festgottesdienst, wo gemeinsam der Anbruch des
Ostersonntags erlebt wird.
Auch in der Trauerarbeit gibt es immer wieder ein Ostern,
erklärt Pfarrer Heutjer, der intensiv in die Mössinger Hospizarbeit eingebunden
ist: „Das ist der Punkt, an dem ein Trauernder aufsteht und seinen ersten
Schritt in ein neues Leben geht.“
Vera Hiller
Es gibt natürlich viele verschiedene Angebote und
Möglichkeiten für Teenies in unserer Gemeinde. Jungscharen, Chöre und vieles
mehr laden ein. Heute wollen wir Ihnen jedoch ein Angebot und ein Ereignis
vorstellen, die es so bisher hier noch nicht gegeben hat: Zum Einen den Konfitag
für alle Konfirmanden unserer Kirchengemeinde mit Übernachtung in der jeweiligen
Kirche. Und zum Anderen einen besonderen Gottesdienst, den es seit September
hier für Teenies gibt: Die Teenykirche.
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Zwischen Kindheit und Konfirmation
Besonderer Gottesdienst im Goethehäusle will wichtige Lücke
schließen: Themen für Jugendliche gepaart mit Elementen der
klassischen Liturgie
Ein paar Jahre mehr oder weniger: Was unter
Erwachsenen kaum ins Gewicht fällt, spielt im Kindes- und Jugendalter
eine große Rolle. Denn in dieser Lebensphase verstärkt jedes zusätzliche
Jahr das Gefühl, ein bisschen erwachsener zu werden.
Um den spannenden Abschnitt zwischen Kindheit und
Konfirmation in der Kirchengemeinde entsprechend zu würdigen, gibt es
seit dem 16. September vergangenen Jahres in Mössingen die in dieser
Form landesweit womöglich einzigartige Teenykirche. Diese Sonderform des
Gottesdienstes richtet sich an Schüler von der fünften Klasse an bis zur
Konfirmation und sie findet in Mössingen alle zwei Wochen um 10.30 Uhr
parallel zum Gottesdienst in der benachbarten Martin-Luther-Kirche
statt.

„Wir wollten damit die Lücke zwischen der
Kinderkirche und dem regulären Gottesdienst schließen“, erklärt
Mitinitiatorin Gabi Stoll. Als fünffache Mutter weiß sie, dass zwischen
Vierjährigen und 13-Jährigen – der Alterspanne in der Kinderkirche –
Wünsche und Bedürfnisse zu unterschiedlich sind, um mit einem einzigen
Alternativ-Angebot abgedeckt werden zu können.
Aus diesem Grund entwickelte sich,
angeregt durch Literatur und Mitarbeiterfortbildungen die Mössinger
Konzeption für die Teenykirche, die von Anfang an von einem engagierten
Team getragen wurde.
Johanna Nill, Katrin Ehmann, Michaela Schweikert,
Steffi Stelzer, Ramona Dusny und Sven Batram iniziierten diese neuartige
Gottesdienst-Idee. Als 15- bis 20-Jährige selbst gerade erst dem
Teenykirchenalter entwachsen, wissen sie sehr gut, was die Gruppe von
zehn bis 16 Teilnehmern interessiert: Freundschaft, Angst oder
Fußballstars, die an Gott glauben, sind nur einige der vielen Themen,
die bislang diskutiert wurden. Neben Gabi Stoll ist weiterhin Frank
Walter, selbst Vater dreier Kinder, Mitglied im Team, so dass ein
breites Altersspektrum die Teenykirche vorbereitet.
Der eigentliche Gottesdienst beginnt immer parallel
zum Erwachsenengottesdienst und zur Kinderkirche um 10.30 Uhr, doch
stehen bereits ab 10 Uhr die Pforten des Goethehäusles einladend offen:
Sich beim gemeinsamen Spielen oder Schwatzen näher zu kommen, sei
wichtig für die Gruppendynamik, erklärt Gabi Stoll.

Der eigentliche Gottesdienst gibt Raum, um
beispielsweise Zeichenbänder aus Moosgummi mit motivierenden Sprüchen
wie „P.U.S.H“ anzufertigen, was die Abkürzung von „pray until something
happens“ ist: „Bete, bis etwas passiert“. Musik spielt eine große Rolle,
wobei mit flotten Melodien und häufig englischsprachigen Texten dem
Geschmack der jungen Leute Rechnung getragen wird.
Dennoch legen die Organisatoren besonderen Wert
darauf, dass auch Elemente der klassischen Liturgie ihren Platz in der
Teenykirche haben: Gebete, Psalmen, das Vaterunser oder Lieder aus dem
Evangelischen Gesangbuch sollen auf die Form des regulären Gottesdiensts
vorbereiten und den selbstverständlichen Umgang mit dem Gesangbuch
einüben.
Teenager für den Glauben zu begeistern, lässt sich
nur mit einem hohen Einsatz an Engagement und Vorbereitung realisieren.
Doch es ist ein Aufwand, der sich lohnt, meint Gabi Stoll: „Wenn wir
wollen, dass unsere Kirche lebendig bleibt, muss man viel Zeit in Kinder
und junge Menschen investieren“.
Vera Hiller
Wann ist die nächste Teenykirche?
Mössinger Fünft- bis Siebtklässler, die Interesse
an der Teenykirche haben, sind herzlich an folgenden Tagen ins
Goethehäusle eingeladen: 6. April,
20. April und 5. Mai - die weiteren Termine stehen jeweils unter der
Rubrik „Gottesdienste“ im Gemeindebrief. Die Teenykirche findet immer
parallel zu den regulären Gottesdiensten um 10.30 Uhr statt; jedoch
öffnet das Goethehäusle bereits um 10 Uhr zu einem offenen Treff für
alle Teenykirchenteilnehmer, so dass jeder zu der Zeit kommen kann, die
ihm angenehm ist.
Lust, mitzuarbeiten?
Um noch mehr kreative Impulse zu bekommen und den Aufwand auf noch mehr
Schultern zu verteilen, würde sich das Teenykirchen-Mitarbeiterteam über
Zuwachs freuen. Junge Menschen, die sich ein Engagement in diesem
Projekt oder auch in der Kinderkirche vorstellen können, dürfen sich
gerne mit Gabi Stoll (Telefon: 922834) oder Frank Walter (f.s.walter@web.de)
in Verbindung setzen.
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Konfitag 2007
Kurze Tagebuchnotizen eines
Mitarbeiters
19. September 2007
Über zwanzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus
Mössingen treffen sich zum „Runden Tisch – Konfirmandenarbeit“ und
überlegen, was wir in Mössingen für die „Konfis“ anbieten wollen: einen
Konfi-Tag im November – und zwar mit allen Mössinger Konfirmanden.
5. Oktober 2007
Die Pläne werden konkreter, das Grundraster dieses
„22-Stunden-Events“ entsteht.
Freitag – 23.November 2007
Heute ist der Konfi-Tag. Um 14.30 Uhr ist es klar,
dass wir das „Schlechtwetter-Programm“ machen werden. Material muss noch
zusammengesucht werden, ab 15.45 Uhr treffen die Konfis in der
Martin-Luther-Kirche (MLK) ein. Über 70 Konfis kommen. Wir starten mit
dem „Wettstreit der Kirchen“ – welche Konfis sind die fittesten? Und
welcher Pfarrer schafft es am besten, seine Konfis zu motivieren? Vom
Schlachtruf über Menschentürme, Pfarrer-Wettfahren bis zur
Tuch-Wende-Aktion war alles dabei.

Zum Abendessen gab es einen Spaziergang ins Aible
und gestärkt ging es dann wieder in die MLK zurück. Kino in der Kirche
war ab 21 Uhr angesagt. Der Film „John Q“ ging unter die Haut. Keine
leichte Kost – aber Anlass für manche gute Gespräche in der Nacht…!
Geschlafen wurde in der „eigenen Kirche“ – also
gingen die Konfi-Gruppen mit ihren Mitarbeitenden los.
Samstag, 24. November 2007
„Kurz und intensiv“ war wohl die treffendste
Antwort auf die Frage: Wie hast du geschlafen? Man wundert sich manchmal
mit wie wenig Schlaf man (zumindest kurzfristig) auskommen kann. Viel
Kaffee wurde benötigt beim Frühstück – und gestärkt ging es dann in den
Kirchen auch thematisch weiter. „Brot für die Welt“ lautete das Thema
bei zwei Gruppen.
Mittagessen in der MLK und ein Gottesdienst
rundeten diesen Event gut ab. Es war sehr ruhig im Gottesdienst – ich
gehe mal davon aus, dass die Konfi´s aufmerksam zuhörten, was Toby in
seiner Predigt über „Was würde Jesus tun?“ alles erzählte.

Dann war alles vorbei – Eltern-Taxen fuhren vor,
Gepäck wurde verladen und viele Mitarbeitende packten noch kurz mit an.
Und dann war es schon vorbei. 22 Stunden, die hoffentlich bei der einen
oder dem anderen Konfi noch hängen bleiben und gezeigt haben: Kirche ist
mehr als ein Gebäude, Glaube an Gott ist nicht antiquiert, Gemeinschaft
kann Spaß machen…
Sebastian Heusel
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