31.Oktober

Churchnight 2019

Halloween – Die Nacht der Geister. Geschichten zu Folge können sich die Geister in dieser Nacht frei bewegen und Gutes oder Böses bringen. Ob das wahr ist? Vermutlich nicht. Fakt ist, dass in dieser Nacht vor 502 Jahren etwas Eigenartiges passiert ist: Martin Luther, Mönch und Universitätsprofessor schlägt ein paar Ideen an die Kirchentür. Was man alles mal so ändern müsste.

Ist das heute nicht genauso? Man könnte doch mal… Aber wer macht es denn dann tatsächlich? Jemand vielleicht. Oder Niemand? Ich kann das nicht. Ein anderer kann das sicher besser. Kennst du das? Dabei hört man doch immer wieder, dass jeder Talente hat! Das mag schon stimmen… Aber was kann denn bitte ich? Und wie bitte soll ich es einsetzen? Kann das nicht doch jemand besser? Diesen Fragen stellen wir uns in der Churchnight, einem besonderen Jugendgottesdienst in einer besonderen Nacht, in der man auf so manche verrückten Ideen kommen kann.

Wann? 31.10.2019 ab 19 Uhr

Wo? EMK Mössingen

Was geht? Jugendgottesdienst mit anschließendem Imbiss

Angedacht

Mach dir keine Sorgen

Der Monatsspruch für Oktober ist eine echte Herausforderung: „Tu, was in deinen Kräften steht; gib reichlich, wenn du viel hast, und wenn du wenig hast, dann gib von dem wenigen und mach dir keine Sorgen dabei.“ (Tobit 4,8).

Leute, die viel besitzen, sollen anderen etwas davon abgeben – und das nicht zu knapp. Diese Aufforderung ist durchaus verständlich. Am Erntedankfest erinnern wir uns, wie viel Gott uns schenkt. Und mit dem Vielen sollen wir auch andere glücklich machen, unseren Besitz und unser Glück teilen. „Euer Überfluss helfe ihrem Mangel ab“, sagt der Apostel Paulus.

Doch auch Leute, die wenig haben, sollen etwas abgeben. Das leuchtet zunächst gar nicht ein. Dann haben Sie ja noch weniger, und mit dem Wenigen, was sie abgeben können, können sie sowieso nicht viel ausrichten. Wenn die Reichen mehr geben würden, würde das den Armen viel mehr bringen!

Der Rat des Tobitbuchs zeigt uns, dass es noch um ein bisschen mehr geht als um konkrete Hilfe für andere. Wer etwas abgibt, macht damit deutlich, dass er darum weiß, dass Geld und Besitz letztlich von Gott geschenkt sind. Das ist unabhängig von der Menge, die wir besitzen.

Wer etwas abgibt, signalisiert, dass er Gott vertrauen möchte und sein Vertrauen nicht auf vergängliche Güter setzt. „Mach dir keine Sorgen dabei!“ Mit dieser Haltung kann auch der weniger Wohlhabende etwas geben. Wer etwas abgibt, traut dem Segen Gottes mehr zu als einem vollen Portemonnaie. „Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.“ Da Gott sich nichts schenken lässt, wird er die Gabe eines Menschen, der nicht so viel hat, ganz besonders segnen. Und den Segen Gottes kann nichts aufwiegen. Denn an Gottes Segen ist alles gelegen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass weniger wohlhabende Menschen durchschnittlich im Verhältnis zu ihrem Einkommen deutlich mehr an andere abgeben als viele Reiche. Sie haben nämlich erkannt, dass Teilen und Abgeben glücklicher macht. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass in Ratgebern einer der Tipps fürs Glücklichsein häufig lautet: „Spenden Sie, geben Sie etwas ab, das weckt Glücksgefühle.“ Die moderne Psychologie bestätigt in diesem Fall das, was uns die Bibel schon lange rät.

Das Glück des Abgebens sollten wir uns nicht entgehen lassen, ob wir viel oder wenig haben! Das Erntedankfest im Oktober könnte ein guter Anlass sein, uns diese Zusammenhänge wieder neu bewusst zu machen. Lassen wir uns herausfordern, das zu tun, was in unseren Kräften steht!

Herzliche Grüße, Ihr Pfarrer

Joachim Rieger