Allgemeines

Der Pfarrbezirk um die Martin-Luther-Kirche umfasst derzeit ca. 2060 Gemeindeglieder und erstreckt sich von der Bahnlinie im Westen zur Karl-Jaggy-Straße im Osten. Das Wohngebiet Blumenküche und Teile des Neubaugebietes "im Öschle" liegen ebenso in seinem Bezirk wie das Mössinger Schulareal incl. KBS. Die Pfarrstelle wird von Pfarrer Uwe Braun-Dietz und Pfarrerin  Frauke Dietz in Stellenteilung versehen.

Die Martin-Luther-Kirche - eine für alles

 

Gottesdienste, Gemeindefeste, Konzerte und Ausstellungen, Tagungen, Kreise und Gruppen, Krabbelkinder, Kinderkirche und noch mehr - all das hat Platz in der Martin-Luther-Kirche. Mulifunktional nutzbar kann der Gottesdienstraum bis zu 400 Personen Platz bieten, genauso aber auch ca. 170 Menschen an Tischen unterbringen. Auf der großen Bühne singen unsere Chöre genauso wie sich der Martin-Luther-Kindergarten am Gottesdienst beteiligt. Bei Bedarf kann die Kirche komplett leergeräumt oder einfach die Bestuhlung um 90 Grad für Konzerte gedreht werden. Weiterhin in der Kirche: Drei Gruppenräume für Gruppen von 5 bis 50 Personen und seit 2004 der erste Krabbelraum einer Evangelischen Kirche im Steinlachtal - mit fast 3mFensterfläche in den Gottesdienstraum und Schallschutzfenstern, damit Eltern mit Kleinkindern wirklich entspannt den Gottesdienst mitfeiern können - eben eine für alles!

Angedacht

Mitten ins Herz

Bild: Wikipedia

Es war ein Schock für ganz Europa: „Notre Dame brennt!“ Menschen an der Seine in Paris und an Fernsehern in aller Welt schauten fassungslos und hilflos zu, wie der Dachstuhl des Pariser Wahrzeichens am Montag der Karwoche abbrannte.

Gott sei Dank konnte die Feuerwehr den Einsturz der Kathedrale gerade noch rechtzeitig verhindern, doch das Feuer bewegte und bewegt ungeheuer viele Menschen. Das gotische Meisterwerk ist nicht nur das Herzstück von Paris und Frankreich, es bildet auch einen zentralen Teil unserer europäischen Identität. 800 Jahre Kultur- und Religionsgeschichte nicht nur Frankreichs, sondern auch des christlichen Abendlandes spiegeln sich in Notre Dame wieder und nicht umsonst besuchen 13 Millionen Touristen aus aller Welt jedes Jahr diese Kirche.

Für vermutlich jeden Menschen mit einem Gespür für Geschichte, Kultur und Schönheit waren die Bilder der Flammen deshalb ein Stich ins Herz und für gläubige Menschen noch mehr. Denn ein brennendes Gotteshaus ist, egal wo, schlimm, weil unser Glaube ganz tief in uns verankert ist und sich in Gebäuden als äußeren Zeichen birgt. Und wenn solch ein Gebäude zerstört wird, dann schmerzt das ganz tief.

Mir hat der Brand von Notre Dame deshalb wieder neu gezeigt, welch wichtige Gebäude unsere Kirchen sind. Äußerlich sind sie zwar nur aus Stein, Glas, Metall und Holz, aber innerlich sind sie Orte des Herzens. Es sind Orte, in denen wir uns selbst vergewissern. Sie binden uns in die Geschichte rück und bringen uns die Menschen, die vor uns waren, nahe. Die durchbeteten Wände, die frohen und traurigen Momente vor Altären, das Wissen um die Mühen und Entbehrungen der Generationen vor uns, wir erahnen all das, wenn wir die Portale durchschreiten. Der Wunsch, Gott die Ehre zu erweisen durch schöne Räume, wird in Kirchenkunst und Architektur sichtbar. Wir spüren: Kirchen sind Orte des Herzens, sie kommen von Herzen, werden mit Herzblut gestaltet und sollen mitten ins Herz gehen als Räume für unseren Glauben.

Trotz aller schlimmen Zerstörung in Paris stimmt mich der Brand von Notre Dame deshalb zuversichtlich: Natürlich wird die Kathedrale wiederaufgebaut und zu einem neuen Zeichen europäischer Identität werden. Und so wie ihr Brand Menschen in aller Welt geeint hat, wird sie auch ihr Wiederaufbau länder-, kultur- und religionsübergreifend einen.

Dieser Wiederaufbau wird – ähnlich wie bei der Dresdner Frauenkirche – vielen Menschen den Blick für den Wert von Kirchen, der weit über Materielles hinausgeht, öffnen. Und er wird ihre Blicke auch auf den richten, dessen Haus sie letztlich immer war und ist: Jesus Christus, den Herrn der Kirche.

Und wenn dereinst dort wieder Gottesdienst gefeiert wird, dann klingen die Choräle anders, weil denen, die dann singen, unsere Zerbrechlichkeit bewusster ist und auch der, der uns genau mit dieser Zerbrechlichkeit in seinen Händen hält. Ich freu mich schon jetzt auf die Wiedereinweihung.

Herzliche Grüße

Ihr und euer Pfarrer 

Uwe Braun-Dietz