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Mössingen - Kirche mittendrin
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THE TESTAMENT OF ANNE LEE

Kino und Kirche

Freitag, 24. Juli, 20.15 Uhr, Lichtspiele Mössingen

(USA/England/Schweden, 2025; 137 Minuten/ab 12)                              

Regie: Mona Fastvold

KiuKiJul26

Die außergewöhnliche und wahre Geschichte von Ann Lee, der Gründerin der Glaubensgemeinschaft der Shaker, die im England des 18. Jahrhunderts die Gleichberechtigung der Geschlechter und soziale Gleichheit predigte und von ihren Anhängern verehrt wurde. Mit acht Gläubigen flieht sie vor den Restriktionen des Staates in die Neue Welt, um dort einen Ort zu finden, wo sie nach ihren Vorstellungen ein Zusammenleben in Heiligkeit gestalten können.

Der Film entfaltet sich als Mischung aus Heiligenlegende und Musical, in dem die Musiktradition der Shaker sowie die Schütteltänze, die der Bewegung ihren Namen einbrachten, als Basis für modernisierte Bearbeitungen genommen werden. Die Glaubens- und Lebenswelt der Shaker, die sich sexueller Enthaltsamkeit, der Gleichberechtigung aller Menschen als Kinder Gottes und einem einfachen, arbeitssamen Leben verschrieben haben, wird mit großer Inbrunst als Versuch rekonstruiert, den Geist der Evangelien zu verwirklichen.

Angedacht

Recht ströme wie Wasser

Wasserfall26

Wer sehnt sich nicht an einem heißen Sommertag nach Abkühlung an einem Bach, der nicht nur an ein armseliges Rinnsal erinnert, sondern von klarem kühlem Wasser überfließt. Im Monatsspruch für Juli hat der Prophet Amos dieses Bild vor Augen, wenn er sagt: „Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)

Die Aussage des Propheten hat allerdings einen sehr ernsten Hintergrund: Im Auftrag Gottes übt er harsche Kritik an den Zuständen im Land, dass sich die Mächtigen, also genug Gerechtigkeit für alle da ist.

In einer Andacht zu diesem Monatsspruch habe ich folgende Sätze gelesen: „Recht ist wie Wasser. Es ist lebensnotwendig. Es ist überlebenswichtig. Es ist für alle gültig und notwendig. Es gibt kein Leben ohne Wasser. Dieses Bild des Propheten Amos zeigt deutlich auf, dass Recht nicht ein nice to have ist oder nur für einige gilt, die anderen das Recht entziehen oder verweigern. Es ist wie das Wasser Grundvoraussetzung für Leben und Überleben.“ (Markus Jung)

Jesus greift dieses Bild vom überfließenden Wasser im Gespräch mit einer samaritanischen Frau am Jakobsbrunnen auf und verspricht ihr, dass er ihr „lebendiges Wasser“ geben kann, das niemals versiegt.

Im Verlauf des Gesprächs wird der Frau klar, dass Jesus selbst dieses lebendige Wasser ist. Was er gibt, hilft nicht nur zum Leben, sondern ist überlebensnotwendig. „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“ (Johannes 4,14)

Die Frau erkennt, dass es dabei nicht nur um Worte gehen kann, sondern dass Jesus zu einer lebendigen Beziehung zu Gott einlädt. In der Beziehung zu Jesus werden wir mit lebendigem Wasser versorgt – für uns selbst und so überfließend, dass auch viel für andere Menschen übrigbleibt.

Vielleicht erinnern wir uns ja an die Worte von Amos und Jesus, wenn wir uns im Sommer im Wasser abkühlen oder ein Glas erfrischendes Wasser trinken.

Herzliche Grüße,

Ihr Pfarrer

Joachim Rieger

 

die Schönen und Reichen auf Kos-ten anderer bereichern und die Gerechtigkeit auf der Strecke bleibt. Wenige werden immer reicher und viele immer ärmer und abhängiger.

Die Ursache sieht Amos im fehlenden Glauben. Wer Gott an den Rand der Gesellschaft und des eigenen Lebens drängt, verliert auch seine Menschlichkeit. Gott will, dass  das  Recht  überströmt,   dass