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Alphakurs im Herbst

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Der Kurs und das Wochenende sind für Sie kostenlos. Wo und wie das Wochenende stattfinden kann, besprechen wir während des Kurses und entscheiden gemeinsam mit Ihnen und euch.

Anmeldung über folgenden Link:

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Angedacht

Nachtwache

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Foto Copyright: Markus Mauthe

Es ist ein Riesenthema in unserem Land: Schlaflosigkeit. Unzählig viele Menschen liegen nachts wach. Nach den ersten Stunden Schlaf macht es „klick“ und dann prasselt einem plötzlich alles durch den Kopf: Gedanken an die Liebsten, Familie oder Freunde, Ängste, Fragen zur eigenen Zukunft oder der der ganzen Welt.

Sehr oft sind es ungeklärte Themen, Dinge, über die wir uns Sorgen machen, die sich dann plötzlich breit machen. Ungeheuer breit oft, denn nachts lenkt sie nichts ab. Deshalb wirken sie oft auch ungeheuer bedrohlich und finster.

39% der Menschen in Deutschland greifen zu Einschlafmitteln, in der Altersgruppe der 18-29-Jährigen sogar fast 60% - eine erschreckende Zahl, finde ich.

Man kann alles schnell auf unsere ruhelose und hektische Zeit schieben oder auf Handys und Social Media, aber ein Blick auf unsere Vorfahren zeigt, dass es Schlaflosigkeit schon immer gab. Auch in früheren Zeiten empfanden Menschen die Nacht als etwas Bedrohliches  und  das  war  damals  meist viel konkreter.

Sinnbildlich für solche ganz unmittelbaren Gefahren steht hier für mich eindrücklich die umgefallene Kerze, die vor 300 Jahren nachts den großen Stadtbrand in Reutlingen ausgelöst hat.

Andererseits ist die Nacht auch die Zeit der Klärung, Zeit ohne Ablenkung und Zerstreuung. Zeit, in der ernste Lebensthemen bedacht und Entscheidungen getroffen werden können. Nicht umsonst häufen sich in der nun dunkler werdenden Jahreszeit auch entsprechende ernste Feiertage.

Viele wichtige Bibelgeschichten sind ebenfalls Nachtgeschichten. Für Abraham, Jakob, die Hirten in der Weihnachtsgeschichte und auch für Jesus war die Nacht die Zeit, in der ihnen die Wege klarer wurden, die vor ihnen lagen. Dabei standen sie immer im Kontakt mit Gott. Sie redeten mit ihm oder er mit ihnen.

Die vielen Abend- und Nachtlieder – allein in unserem Evangelischen Gesangbuch gibt es über dreißig - tun dies genauso. Sie nehmen Sorgen und Bedrohungen auf und reden darüber mit Gott. Eines der eindrücklichsten ist „Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein“ (EG 488 – im englischen Original „Abide with me“). Es nennt Schrecken und Angst und ruft Gott um seinen Beistand: „Herr, bleib bei mir!“

Gelassener klingt das Lied „Abend ward, bald kommt die Nacht“ (EG 487), wenn es dort heißt: „Schlafen geht die Welt, denn sie weiß, es ist die Wacht über ihr bestellt.“ Vier Strophen Zuversicht angesichts der kommenden Dunkelheit, noch berührender, wenn man bedenkt, dass Rudolf Alexander Schröder sie ausgerechnet 1942, mitten im Krieg, geschrieben hat.

Letztlich eint all die verschiedenen Kirchenlieder eines: Es sind Gebete. Sie sagen Gott alles, was unser Herz bewegt und beschwert. Sie benennen Sorge und Angst und legen sie genau darin Gott vor die Füße.

Beten kann helfen, nachts wieder zur Ruhe zu kommen, weil beten die Gedanken aus dem Herzen befreit und Gott anvertraut. Weil das Gebet darauf vertraut, dass Gott da ist. Er hält die Nachtwache.

Auch über mir, mit allem, was mich beschäftigt. Und er findet Wege. Auch im Dunkel der Nacht bin ich nicht allein. Das tröstet und macht ruhig, so wie es schon Kirchenvater Augustin gesagt hat: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet, Herr, in dir.“

In diesem Sinn wünsche ich geruhsame Nächte, gerade in den kommenden Monaten.

Bis denne, Ihre und eure Pfarrerin

Frauke Dietz

 

1. Abend ward, bald kommt die Nacht,

schlafen geht die Welt;

denn sie weiß, es ist die Wacht

über ihr bestellt.

 

2. Einer wacht und trägt allein

ihre Müh und Plag,

der lässt keinen einsam sein,

weder Nacht noch Tag.

 

3. Jesu Christ, mein Hort und Halt,

dein gedenk ich nun,

tu mit Bitten dir Gewalt:

Bleib bei meinem Ruhn!

 

4. Wenn dein Aug' ob meinem wacht,

wenn dein Trost mir frommt,

weiß ich, dass auf gute Nacht

guter Morgen kommt.

 

Rudolf Alexander Schröder, EG 487