Vorschlag des Kirchenbezirks zur Gebäudereduzierung
Im letzten Gemeindebrief hatten wir bereits von den bevorstehenden Strukturveränderungen unserer Landeskirche berichtet.
Der Grund dafür ist ein massiver Rückgang von Kirchenmitgliedern. Waren in den Siebzigerjahren noch beinahe 2,6 Millionen Menschen in Württemberg evangelisch, so sind es jetzt, fünfzig Jahre später, noch 1,72 Millionen und im Jahr 2040 werden es voraussichtlich nur noch 1,15 Millionen sein.
Rückgang der Kirchensteuer
Im Zuge dieses Mitgliederschwundes gehen in den nächsten fünf Jahren auch die Kirchensteuereinnahmen voraussichtlich um 18% zurück (Quelle: Evang. Oberkirchenrat Stuttgart). Das hat zum einen zur Folge, dass die Zahl der Pfarrstellen bis Ende 2030 um 25% von 1207 auf 900 Stellen gekürzt wird.
In Mössingen wird im Jahr 2030 die Pfarrstelle an der Martin-Luther-Kirche um 25% auf dann noch 75% gekürzt und das Pfarramt Belsen wird nach 2030 Bästenhardt mitbetreuen, weil die Pfarrstelle an der Johanneskirche wegfällt.
Der OIKOS-Prozess
Zum anderen müssen im Zuge der Mittelkürzungen auch die kirchlichen Gebäude in den Blick genommen werden. Deshalb prüft die Landeskirche derzeit im „OIKOS-Prozess“, welche Gebäude in den Gemeinden sie künftig noch finanziell unterstützt.
Im Blick sind dabei deren baulicher Zustand, mögliche kommende Renovierungsmaßnahmen, die Gebäudeauslastung, der Grad der Klimatauglichkeit und die Lage im Sozialraum. Das Ziel soll sein, bis zum Jahr 2040 etwa ein Drittel der Gebäude zu verkaufen und den Rest möglichst klimaneutral zu führen.
Die Bewertung der Gebäude erfolgt in drei „Ampelfarben“: „Grün“ bedeutet „bleibt im Bestand“, „Gelb“ (vor allem für historische Kirchen) heißt: Es werden nur noch Substanzerhaltungen bezuschusst. Und „Rot“ kennzeichnet aus Sicht der Landeskirche verzichtbare Gebäude. Diese erhalten künftig keine Gelder mehr von der Landeskirche und müssen damit vermutlich mittel- bis langfristig verkauft werden.
Die „Beampelung“ der Gebäude in Mössingen

Am 13. Juli hat eine Arbeitsgruppe des Kirchenbezirks Tübingen erste Empfehlungen und Vorschläge für den gesamten Kirchenbezirk bekanntgegeben.
In diesem Vorschlag sollen von den Kirchen die Martinskirche in Öschingen, die Peter-und-Paulskirche und die Martin-Luther-Kirche in Mössingen auf „grün“ erhalten bleiben. Die Bergkirche in Talheim steht ebenfalls momentan auf „grün“, soll jedoch nach Abschluss der Renovierung voraussichtlich behandelt werden, als sei sie „gelb“. Die Belsener Kirche steht auf ebenfalls „gelb“. Die Johanneskirche in Bästenhardt würde als einzige Kirche auf „rot“ gesetzt und damit nicht mehr unterstützt.
Von den Gemeindehäusern bleiben das Gemeindehaus Mittelgasse, das Gottlieb-Schwarz-Gemeindehaus in Belsen und das Gemeindehaus in Öschingen erhalten. Das Haus der Jugend in Belsen, das Gemeindehaus in Talheim und das Bildungshaus Goethestraße in Mössingen stehen auf „rot“.
Weil die Pfarrstellen wegfallen, fallen auch die Pfarrhäuser in Talheim und Bästenhardt aus der Förderung und stehen auf „rot.“ Die restlichen vier Pfarrhäuser, die zum Teil staatliche Pfarrhäuser sind, bleiben erhalten.
Die vier Kirchengemeinden Mössingen, Öschingen, Belsen und Talheim sind nun gehalten, diesen Vorschlag zu beraten, Alternativen zu durchdenken und bis Mitte nächsten Jahres dazu Stellung zu nehmen.
Ein hierfür gebildeter Ausschuss hat sich am 14. September erstmals getroffen. Wir hoffen, am Ende des nun beginnenden Weges eine Lösung zu finden, die für alle Gemeinden lebbar und für den Kirchenbezirk akzeptabel ist.







